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Auswärts am 27.10.2018

Verein · Christian Pätzold · 29.10.2018

Guten Abend, für die Menschen, die mit nicht soviel L esezeit gesegnet sind, hier die kurze Version: 2. Spiel, 2. Sieg, viel zu abgehobene Jungs nach mittelmäßiger Partie. Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels. Unten geht es weiter für die Personen mit VIEL Lesezeit.

Guten Abend Damen und Herren,

hier die etwas ausführlichere Version: Leider melden wir uns erst jetzt zurück. In dieser dünn besetzten Liga sind Spieltage echte Mangelware und haben richtigen Seltenheitswert. Nichtsdestotrotz, oder genau deshalb war es am letzten Sonnabend eine besondere Freude für die Jungs, wieder in den Kampfanzug zu schlüpfen. Visiere runter geklappt ging es mit dem Messer zwischen den Zähnen nach Hoyerswerda. Dort spielt die 2. von Kaupa. Die jungen Wilden waren also ordentlich motiviert und hatten neue Tarnanzügen im Gepäck (Bild s.u.). Die Stimmung im Bus war, bis auf bei den 2, die das große Los gezogen hatten und rückwärts fahren mussten, ganz ausgelassen. Ich weiß nicht wieso, aber es gibt Personen, denen wird schon schlecht, wenn sie vorwärts bei mir mitfahren und so sollte ich das den beiden wohl nicht übel nehmen. Übel nahm ich hingegen Oberoderwitz, dass sie ein 5-Satz-Spiel abgeliefert haben. Nach 2:0 Führung und souveränen Sätzen gaben sie danach 3 in Folge ab. Das hätte ich eher von meinen Jungs erwartet, als von solch erfahrenen Spielern. Gut also nach reichlich Vorrede, aeh Wartezeit ging es dann ans Spiel. Wir waren 7 Spieler, 1 Trainer und immerhin 4 verrückte Hools, ich meinte verrückte Fans, die den weiten Weg auf sich genommen hatten. Obwohl 1h 10min mit Bus ist in Ordnung, nur Charlie Romeo ist da schneller, wenn er versucht, Charlie Papa zu folgen.

Im ersten Satz kamen Ben Rückert im ZS, Franz Just und Lennard Roßmy auf Mitte, Samuel Mundel und Heinrich Gresch auf Außen und Hermann Marko auf Dia zum Einsatz. Verstärkt wurden wir durch Nico Arldt, der seinen ersten Einsatz im Trikot der 2. Herren hatte. Der erste Satz ging recht katastrophal los, war zu erwarten bei den großen Tönen, die die Jungs schon manchmal spucken. Da wurde auf dem Feld herum gestürzt, einarmiger Bandit gespielt, oder Bälle im Netz versenkt, als wären es Schiffe. Zum Glück nur bis es mir zu viel wurde und beim Spielstand von 12:15 eine Ansage folgte: " Jungs ich gebe euch ja gern den ersten Satz zum reinkommen, aber Narrenfreiheit habt ihr da nicht, ich würde schon gern erkennen, dass es sich hier um Volleyball handelt, was ihr spielt:" Ok den letzten Teil habe ich mir nur gedacht, habe mal gelernt: es reicht, wenn das Team einen Gegner hat. Also etwas ermuntert ging es wieder aufs Feld und siehe da: wir können doch Volleyball spielen. Die Folge 15:16 Auszeit von Kaupa. Das Spiel für ein Bezirksklassespiel mäßig, immerhin spielten zu dem Zeitpunkt, Erst- gegen Zweitplazierten der Liga gegeneinander. Die Jungs ließen nichts mehr anbrennen, stetig setzten sie sich einen Punkt ab und holten sich den ersten Satz 25:22. Gerade einmal 14 min dauerte dieses Spektakel. Nun ja was tun – eine lange Anreise und wenig Lerneffekt für eine vermeintlich 48minutige Spieldauer? Also würfeln und bunt mischen, immerhin wollen wir die Jungs ja auf Größeres vorbereiten als die Bezirksklasse Ostsachen. (Sry, wenn ich damit jemanden treffen sollte) Und so wurde kurzer Hand der Zuspieler zum AA. Ben, der schon mit seinen 15 Jahren Einsätze bei der ersten Herren hatte, soll langsam als Angreifer eingesetzt werden. Samuel ging auf Dia, um beim nächsten Heimspiel Hermann zu vertreten, der aus gesundheitlichen Gründen nicht auf dem Protokoll als Spieler stehen wird. Franz wechselte mit Heinrich, zum sichtlichen Unmut von Heinrich. Tja ja breite Grundausbildung, da muss man alles spielen können....Und zum Höhepunkt durfte Nico aufs Zuspiel gehen. Die Position, die bei mir als erstes Feuer bekommt, wenn es nicht läuft. :D Was soll ich sagen, Aufregung, Unsicherheit, Vertrauen vom Team, ein paar gute Aktionen und es lief. Das Training machte sich bezahlt, Nico kannte seine Aufgaben und Positionen (Ok so schwer ist das auch nicht als ZS, oder Tino? :D ). 19min später war auch der Satz vorbei. 25:22 gleicher Spielstand anderes Spiel. Das Team stellten die sinnlosen Fehler ab, verstärkte den Druck im Aufschlag und ließ gute Spielzüge durchblicken. Nico, noch nicht ganz so versiert im Zuspiel, konzentrierte sich auf 3 und 4 und versuchte, ein wenig zu verteilen. Man erkennt noch deutlich den Unterschied zu Ben, aber der hat ja auch eine Saison Vorsprung. Ich denke, nach einer regulären Saison (mind. 8 Teams in der Liga) sieht das bei Nico auch anders aus. Für den ersten Satz war das eine solide Leistung. Schön zu sehen war, dass alle am "Erfolg" mitarbeiteten und sich beteiligten. Keiner hatte irgendwelche Ausfälle, ok bis auf einen, der nach dem Spiel am Telefon dem Trainer wieder alle Ehre machte: "Ja 3:0 gewonnen, wie erwartet." mit so einem überheblichen Unterton, den könnte ich nicht mal rüberbringen, wenn das hier ne Voicemail wäre. Also in diesen Punkt liegt noch ein langer Lernweg vor uns, aber zurück zum Spiel.

Der 3. Satz wurde ähnlich angegegangen wie der Vorangegangene. Nico im ZS, Hermann kam wieder ins Spiel, da er ja schon nächstes Spiel Zwangspause machen muss. Franz, der schon mit hochrotem Kopf vor dem Spiel startete, nachdem er sich mit dem Falschen eingespielt hatte, brauchte nach 2 Sätzen schon das Sauerstoffzelt. Die Ausrede "Cardio sei noch nie so seins gewesen" ließ ich nicht gelten. Hey das ist Volleyball, kein Ironman, ok Anfang des ersten Satzes hätte man auch denken können es sei Cardio. Er nahm jedenfalls nach guten 2 Sätzen auf der Bank Platz. Samuel ging auf Außen zurück. Damit waren es wieder 6, die die nächsten 3 Puntke der Saison sichern sollten. Die völlig irritierten Kaupa-Spieler meinten nur in der Satzpause zu den Jungs: "könnt ihr mal richtig dran hauen..." Warum? Weil ich ihnen vorher gesagt habe: Jungs heute mal präzise, halbe Kraft so macht ihr hier Punkte. Und so landete zum Unmut der Kauparanern in den ersten beiden Sätzen der ein oder andere Ball vor, oder neben ihnen im Feld. Leider zeigte der Spruch der Kaupa-Spieler in der Satzpause Wirkung im letzten Satz. Einzig den guten Aufschlägen von Heinrich, der bis 7 Punkte aufschlug und Hermann, der gleich im Anschluss auf 14 erhöhte, war dieser Punktestand am Ende des 3. Satzes von 25:14 zu verdanken. Im Spiel sah es anders aus. Die Jungs schlugen härter und Kaupa wehrte auf einmal ab, genau ihr Spiel, und so wurden die wenigen Ballwechsel länger. Das einzig Positive: die Jungs behielten souverän die Ruhe und spielten die einfachen Bälle ohne Fehler aus und erzielten oft am Ende den Punkt. Dennoch war es taktisch unklug, den Angriff so umzustellen und damit möglicherweise einen ähnlichen Spielverlauf wie im ersten Spiel riskiert zu haben.

Abschließend ist zu sagen, dass es keine Leistung war auf der man sich ausruhen kann, bzw. sich damit brüsten sollte. Natürlich möchte ich euch den Erfolg auch nicht klein reden Jungs. ABER ich erinnere noch einmal alle Beteiligten daran: Ziel ist ganz klar: die individuelle Reifung der Spieler. Leider war es trotz Vitamin B nicht möglich, den Sprung Ende letzter Saison in die Bezirksliga zu schaffen. Das wirft uns etwas in der Entwicklung zurück, aber wir haben ja zum Glück die 1. Herren, die sich dem Nachwuchs annehmen. Danke dafür!